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Die ehemalige Lauterbacher Sankt Wendelskapelle
- Datensammlung -

 

 

Jahre und Fakten
1473 - Errichtung der Wendelskapelle
  als Prozessionskapelle
1526 - Einführung der Reformation durch Freiherr
   Hermann IV Riedesel
-
Gründung des Friedhofes
- Die Wendelskapelle wird zur Totenkirche
1569-70 - Erste offizielle Erwähnung des Friedhofes
   bei der Wendelskapelle
1646 - Zerstörung der Wendelskapelle im Laufe des
  30jährigen Krieges
1667 - Wiederaufbau der Kapelle
1676 - Anschaffung einer Glocke
1679 - Umfangreiche Sanierungsarbeiten
1762-1767 - Der Gottesdienst findet während des Neubaus
  der Stadtkirche in der Wendelskapelle statt
1797-1813 - Die Kapelle wird im Krieg zeitweise als Pferdestall
  und Gefangenenlager genutzt
1840 - Einweihung des neuen Friedhofes
1842 - Letzte Bestattung auf dem alten Friedhof
1872 - Verkauf der Kapelle zum Abriss
1873 - Beginn der Abrissarbeiten
1902 - Grundsteinlegung der Höheren Bürgerschule
   auf dem Areal des alten Friedhofes
1936   - Freilegung einer Fensterbank mit der Jahreszahl „1473“
   

 

Auf dem Areal des heutigen Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in der Bahnhofstraße stand 400 Jahre lang ein Gotteshaus, an das heute nicht einmal mehr eine Gedenktafel erinnert. Nur wenige Interessierte wissen von diesem Gotteshaus, obwohl es für drei Jahrhunderte die Totenkirche des einstigen Friedhofes war.

Im Jahr 1473 errichteten vermutlich iro-schottische Mönche diese Kirche als Prozessionskapelle zu Ehren des heiligen Wendelin. Wendelin gilt als Schutzpatron der Hirten, Bauern, Tagelöhner und Landarbeiter. Er soll der Legende nach im 6. Jahrhundert aus Irland stammend im Bistum Trier missionierend tätig gewesen sein. Er war angeblich von königlichem Geschlecht, hatte sich aber für ein Leben im Dienste Gottes entschieden.
    Auf Darstellungen wird er gerne mit einem Hirtenstab dargestellt, teilweise auch mit unterschiedlichen Tiermotiven. Er starb der Überlieferung nach im Jahr 617.

D
ie Erbauer der Lauterbacher Kirche, die hier fast 850 Jahre später wirkten, gehörten vermutlich zu den gleichen Mönchen, die zu jener Zeit auch die Stadt Schotten, etwa 25 Kilometer südwestlich von Lauterbach, gründeten. Das geschah also noch vor der Zeit, als das Fuldaer Bonifatiuskloster seinen Einfluss auf Lauterbach ausübte.
Das Erbauungsdatum „1473“ bezeugt ein Teil einer Fensterbank, die bei Bauarbeiten im Jahr 1936 gefunden wurde. In der Nähe der Lauterbacher Wendelskapelle vermuten einige Historiker auch ein spätmittelalterliches Leprosenhaus, also ein Hospital für Leprakranke, was aber nicht bewiesen ist.

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